> >  Schwerer Verkehrsunfall auf der S-H Str.

Sonntag, 29 Dezember 2013 13:00

Am Sonntag, den 29.12. wurde die Feuerwehr Harksheide kurz nach 13 Uhr im Kleinalarm (Kleinalarm= ein geringeres Kontingent an Einsatzkräften) mit dem Stichwort „Feuer klein, brennt PKW“ alarmiert. Nur eine Minute später erhöhte die Leitstelle Holstein aufgrund weiterer Anrufe und Informationen auf Vollalarm, „Person eingeklemmt“. Die Rauchwolke von der Einsatzstelle war von der Feuerwache zu sehen und wies uns den Weg zum Einsatzort.

Weiterhin standen schon mehrere Augenzeugen an der Wache, um auf den Unfall aufmerksam zu machen (Dazu am Ende ein Hinweis). Nach kurzer Anfahrt erreichten die 1. Einsatzkräfte schon nach kurzer Zeit den Einsatzort und es bot sich ein erschreckendes Bild. Im linken Graben ein mittlerweile in Vollbrand stehendes Fahrzeug, am rechten Fahrbahnrand ein stark beschädigter PKW und mehrere auf den ersten Blick schwerverletzte Personen, davon eine noch im PKW sitzend.

Da nicht bekannt war, ob im brennenden PKW noch jemand war, machten sich ein Teil der Kräfte unverzüglich an die Löschmaßnahmen, während der andere Teil sich um die Verletzten kümmerte und die Ersthelfer unterstützte. Schnell stellte sich heraus, dass im brennenden PKW keine Person war, denn der wie durch ein Wunder nur leichtverletzte Fahrer des Fahrzeugs, ein Ferrari, wurde bereits durch die ebenfalls eingetroffene Polizei betreut.

Da die beiden Verletzten nicht ansprechbar waren, entschieden sich Feuerwehrkräfte, die eine zusätzliche Ausbildung im Rettungsdienst haben, für eine Sofortrettung der Patientin aus dem PKW, zu einer so genannten „Crash- Rettung“, um Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen zu können. In dem Moment traf auch der Rettungsdienst ein, die die Feuerwehr mit Spezialausrüstung bei der Wiederbelebung und Erstversorgung unterstützen konnten. Leider stellte der Notarzt bei einer der Patientinnen fest, dass die Verletzungen zu schwer waren und sie vor Ort verstorben ist. Die Aufmerksamkeit galt aus Rettungsdienstlicher Sicht nun der Stabilisierung der anderen Patientin, während die Feuerwehr auch die Umgebung absuchte, um sicherzustellen, dass keine weiteren Personen vielleicht abseits im Graben liegen, weil sie aus einem der beteiligten Fahrzeuge herausgeschleudert wurden. Dazu wurden unter anderem die Sitze der PKWs mit der Wärmebildkamera überprüft, um eventuelle Restwärme von Körpern sichtbar zu machen. Schnell konnte Entwarnung gegeben werden.

Aufgrund der beteiligten Ersthelfer entschied sich die Einsatzleitung schnell, das Kriseninterventionsteam anzufordern, um die Ersthelfer psychisch zu betreuen. Dem einen oder anderen merkte man verständlicherweise an, dass dieser Unfall nicht spurlos an ihm/ ihr vorbeiging.

Für die Feuerwehr blieb zunächst nur das weitere Ablöschen des Wracks im Graben. Bei solchen Unfällen wird durch die Polizei ein Gutachter der DEKRA für die Rekonstruktion und Klärung des Unfallhergangs angefordert und für diesen musste die Unfallstelle so belassen werden, wie sie war. Auch dieser traf recht bald ein und nachdem er fertig war, konnten die Aufräumarbeiten beginnen. Zwischenzeitlich brachte der Rettungsdienst, der nochmal an die Einsatzstelle kam, um eine schnelle Nachbesprechung zu machen, die traurige Nachricht, dass auch die 2. Patientin im Krankenhaus verstorben ist. Die Straße wurde mit Spezialgerät durch eine Fachfirma von Öl, Benzin und anderen Betriebsstoffen gereinigt, ein Abschleppunternehmen barg die beiden Wracks und die Feuerwehr fegte soweit zusammen, dass die Fachfirma, die mit der Reinigung beschäftigt war, den Kleinschrott ebenfalls schnell aufladen und abtransportieren konnte.

In der Wache wurden die Fahrzeuge wieder einsatzbereit gemacht, der Einsatzbericht gefertigt und die Kameraden saß noch längere Zeit zu einer Nachbesprechung zusammen.

Zu diesem Einsatz und den zahlreichen Ersthelfern, die zu uns direkt zur Wache kamen um Bescheid zu sagen sei uns ein Schlusswort erlaubt.

Die Feuerwachen in Norderstedt sind zum Großteil nicht dauerhaft mit Personal besetzt, weil wir freiwillige Wehren sind. Wenn sie einen Notfall haben, versuchen sie bitte immer zuerst, telefonisch über die 112 Hilfe zu holen! Sollten sie nämlich zur Wache fahren, um persönlich Bescheid zu sagen, kann es sein, dass sie niemanden antreffen und so wertvolle Zeit vergeht!